Photovoltaik für Gewerbe und Landwirtschaft: die andere Rechnung
Ein Betrieb verbraucht dann, wenn das Dach liefert — das ist der ganze Unterschied.
Beim Einfamilienhaus fällt der Ertrag an, während niemand zu Hause ist. Ein Gewerbebetrieb arbeitet genau in diesen Stunden. Der Eigenverbrauchsanteil liegt deshalb regelmässig über dem, was ein Haushalt erreicht.
Was beim Betrieb anders rechnet als beim Haus
Weil der Eigenverbrauch höher liegt, trägt bei einem Betrieb auch eine grössere Anlage — der Zusatzstrom landet nicht automatisch für 6 Rappen im Netz, sondern ersetzt teuren Bezug.
| Punkt | Einfamilienhaus | Gewerbe- oder Landwirtschaftsbetrieb |
|---|---|---|
| PunktVerbrauchszeit | EinfamilienhausMorgens und abends, wenn das Dach wenig liefert | Gewerbe- oder LandwirtschaftsbetriebWährend der Arbeitszeit, also genau in der Ertragsspitze |
| PunktEigenverbrauchsanteil | EinfamilienhausOhne Speicher im Mittel rund 30 Prozent | Gewerbe- oder LandwirtschaftsbetriebBei Tagbetrieb regelmässig deutlich höher |
| PunktAnlagengrösse | EinfamilienhausMeist 6 bis 15 Kilowattpeak | Gewerbe- oder LandwirtschaftsbetriebHallendächer tragen ein Vielfaches davon |
| PunktEinmalvergütung | Einfamilienhaus360 oder 400 Franken je Kilowatt unter 30 kW | Gewerbe- oder Landwirtschaftsbetrieb300 Franken je Kilowatt für den Anteil darüber; ab 100 kWp eigenes Verfahren |
| PunktKantonale Förderung | EinfamilienhausIn Aargau, Bern und Solothurn keine für die Hausanlage | Gewerbe- oder LandwirtschaftsbetriebDas Aargauer Programm zielt auf grossflächige Anlagen ab rund 100 Kilowattpeak |
Ob das Aargauer Programm über 2025 hinaus fortgesetzt wird, ist nicht belegt. Die kantonale Seite nennt die Laufzeit 2022 bis 2025.
Was auf dem Hof dazukommt
Ökonomiegebäude bringen grosse, meist unverschattete Dachflächen mit einfacher Montage. Gleichzeitig laufen Melkanlage, Kühlung und Belüftung über den Tag — Lasten, die zum Ertragsverlauf passen.
Zu klären sind Statik und Bewilligungslage: Ausserhalb der Bauzone gelten andere Regeln als innerhalb, und bei Gebäuden mit Schutzstatus kommt die Denkmalpflege dazu. Das ist keine Photovoltaikfrage, sondern eine Baufrage — und sie gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Die Meldung geht in Aargau und Solothurn an die Standortgemeinde, in Basel-Landschaft an das kantonale Bauinspektorat.
Vier Punkte für Betriebe
01Ab welcher Grösse gilt das grosse Verfahren?
Ab 100 Kilowattpeak. Dann läuft die Anmeldung bei Pronovo bereits in der Planungsphase, und es gibt eine Reihenfolge. Darunter wird wie beim Haus nach der Fertigstellung eingereicht.
02Lohnt sich ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch?
Wenn mehrere Einheiten auf demselben Areal Strom brauchen, kann das den Eigenverbrauchsanteil deutlich heben. Die rechtliche Ausgestaltung gehört fachlich geprüft — dazu beraten wir nicht.
03Trägt mein Hallendach die Anlage?
Das beantwortet nur eine Statikprüfung. Bei älteren Hallen ist sie der erste Schritt, nicht der letzte. Jeder seriöse Betrieb verlangt sie, bevor er eine verbindliche Offerte schreibt.
04Wie wirkt sich die Anlage steuerlich für den Betrieb aus?
Anders als beim Privathaushalt: Für Geschäftsvermögen gelten Abschreibungsregeln statt des Liegenschaftsunterhaltsabzugs. Das gehört vor die Investition zur Treuhandstelle — wir sind keine Steuerberatung.
Was dazugehört
| Beitrag | Worum es dort geht |
|---|---|
| BeitragKantonale Förderung | Worum es dort gehtWas die vier Kantone zahlen — und was nicht. |
| BeitragDas Gesuch bei Pronovo | Worum es dort gehtUnterlagen, Wege und Fristen. |
| BeitragMelden oder bewilligen | Worum es dort gehtWann eine Meldung genügt und wann es ein Baugesuch braucht. |
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Datenstand 12. September 2026. Quellen: ElCom — Strompreis-Übersicht 2026 · Pronovo — Einmalvergütung · EnergieSchweiz · Swissolar, abgerufen am 12. September 2026.