Solaranlage Balsthal: teuerster Strom, beste Rechnung 2026
Unter den sieben teuersten Gemeinden des Kantons, beste Rechnung fürs Dach.
32.69 Rappen je Kilowattstunde, ohne Mehrwertsteuer: Keine der zwölf grössten Solothurner Gemeinden zahlt 2026 mehr für bezogenen Strom. Was die Aare Versorgungs AG fürs Einspeisen auszahlt, lag im zweiten Quartal bei 3.896 Rappen. Zwischen diesen Zahlen liegt der Sinn eines eigenen Dachs.
Vergleichswert für alle Gemeindeseiten: Der Vollpreis für das Standardprofil H4 liegt 2026 in Balsthal bei 32.69 Rappen je Kilowattstunde, ohne Mehrwertsteuer (Erhebung der ElCom). Diese Zahl steht auf jeder Gemeindeseite und macht die Orte untereinander vergleichbar.
Der Preis einer Solaranlage im Thal hängt am Weg zum Dach
Balsthal ist mit 6'669 Einwohnerinnen und Einwohnern in einem schmalen Talboden gewachsen, und diese Enge steht in jeder Offerte. Wo Häuser dicht an der Strasse stehen, wird das Gerüst aufwendiger; sitzt der Zählerkasten tief im Altbaukeller, wird der Kabelweg länger. Zugang, Gerüst und Leitungsführung bewegen die Endsumme stärker als die Wahl der Module.
Ein Hausdach mit rund zehn Kilowattpeak kostet vor Abzug des Bundesbeitrags zwischen 18'000 und 24'000 Franken; für einen Speicher sind je nach Kapazität 6'000 bis 11'000 zu rechnen.
Die 32.69 Rappen — und was die AVAG dafür zurückzahlt
Netzbetreiberin ist die in Olten ansässige Aare Versorgungs AG aus der Primeo-Gruppe, Grundversorgerin Primeo Energie — und nicht die Elektra Thal, die vier Gemeinden weiter hinten im Tal beliefert.
| Position | 2026 | Was dahintersteht |
|---|---|---|
| PositionStrom, den Sie kaufen | 202632.69 Rp./kWh | Was dahinterstehtKategorie H4, ohne Mehrwertsteuer: Energie 15.20, Netznutzung im Arbeitspreis 10.29, Bundesabgaben 2.30 und 0.73, Gemeindeabgabe 1.50. Dazu 6.00 Franken Netz-Grundpreis und 4.00 Messung im Monat, 120.00 im Jahr. |
| PositionStrom, den Sie liefern | 2026ab 6.00 Rp./kWh | Was dahinterstehtKein Jahrespreis: Die AVAG folgt dem Referenzmarktpreis und rechnet vierteljährlich ab. Sinkt er unter die Mindestvergütung, gilt bis 30 Kilowatt diese. Fürs zweite Quartal nennt das Preisblatt 3.896 Rappen — den Rest fängt der Boden auf. |
| PositionHerkunftsnachweis | 2026bis 2.00 Rp./kWh | Was dahinterstehtVon Primeo und AVAG separat abgegolten, ab 2 Kilowattpeak. Wer ihn verkauft, gibt das Attribut Solarstrom weg. |
| PositionAbstand je Kilowattstunde im Haus | 202626.69 Rp. | Was dahinterstehtBezugspreis minus Mindestvergütung, unsere Subtraktion — so viel ist jede nicht eingekaufte Kilowattstunde wert, mehr als in jeder anderen Gemeinde. |
Rappenwerte durchwegs ohne Mehrwertsteuer; sie stammen aus dem Preisblatt der AVAG für Anlagen bis 30 Kilowatt und gelten dem Werk, nicht generell. Fürs Schlussquartal lag nichts vor, nicht geschätzt.
Drei Ebenen, ein Beitrag: die Förderlage im Thal
Zwei davon steuern zur Photovoltaik keinen Rappen bei.
| Ebene | Beitrag 2026 | Was Sie davon haben |
|---|---|---|
| EbeneBund | Beitrag 2026Einmalvergütung über Pronovo, je Kilowatt: unter 30 Kilowatt 360 Franken angebaut, 400 integriert, ab 30 Kilowatt 300; ohne eigenen Verbrauch 450. Dazu ein Grundbeitrag, den wir nicht beziffern. | Was Sie davon habenEs zählt der Tag der Inbetriebnahme: Die Ansätze gelten bis zum 31. März des Folgejahres, am 1. April die neuen. |
| EbeneKanton Solothurn | Beitrag 2026Für Photovoltaik nichts. Gefördert werden Wärmedämmung, Wärmepumpen, Holzfeuerungen und Solarthermie; Module und Speicher fehlen, auch im Fördergeldrechner. | Was Sie davon habenKein Versehen, sondern ein Volksentscheid: 57.52 Prozent verwarfen am 9. Februar 2025 die Totalrevision des Energiegesetzes — mitsamt Bonusprogramm und Winterstrom-Anreiz. |
| EbeneGemeinde Balsthal | Beitrag 2026Kein Beitrag auffindbar. Der Auftritt der Gemeinde war zum Rechercheschluss nicht abrufbar; ein Förderreglement liess sich nicht bestätigen. | Was Sie davon habenWir behaupten deshalb nichts. Ihr Partnerbetrieb fragt vor der Offerte nach — gibt es einen Energiefonds, stellt er das Gesuch. |
Programmstand 1. Januar 2025; Rechtsgrundlage bleibt das Energiegesetz von 1991. Ob inzwischen eine Fassung mit Photovoltaik dazukam, liess sich nicht belegen.
Was der Talgrund abzieht — und wohin die Meldung geht
Über den Jahresertrag einer Photovoltaikanlage entscheiden Ausrichtung, Neigung und der Horizont. In Balsthal wiegt der dritte Punkt am schwersten, weil die Jurakämme von Ost nach West streichen und den Talboden einschliessen; wer mit freiem Horizont rechnet, erhält am Talrand eine zu freundliche Zahl. Die Beispielrechnung setzt jährlich 950 bis 1'050 Kilowattstunden auf jedes Kilowattpeak an — eine Planungsgrösse für den Durchschnitt, nicht für Ihr Haus.
In der Bau- und Landwirtschaftszone verlangt der Kanton keine Bewilligung, sondern eine Meldung. Zuständig ist die Bauverwaltung der Gemeinde, nicht der Kanton; im Baselbiet ginge dieselbe Anmeldung ans kantonale Bauinspektorat. Zwischen Eingang der Meldung und Baustart liegen dreissig Tage; beizulegen sind Baubeschrieb, Situationsplan, Fassadenplan. Ohne Bewilligung geht es, wenn die Module wenig spiegeln und nicht mehr als zwanzig Zentimeter über die geneigte Fläche hinausragen. Zusammengestellt wird das vom Partnerbetrieb.
Ein Baugesuch verlangen dagegen Kulturdenkmäler kantonaler oder nationaler Bedeutung, Objekte im Schutzverzeichnis, die Juraschutzzone und die Ortsbildschutzzonen — der Dorfkern Balsthal ist eine davon. Bei Neubauten gilt seit 2023 die Solarpflicht: über 300 Quadratmeter anrechenbarer Gebäudefläche mindestens ein Fünftel davon als Solaranlage, in Quadratmetern gemessen.
Elf Kilowattpeak auf einem Wohnhaus im Thal
Angesetzt sind beim Bezug 32.69 und bei der Einspeisung 6.00 Rappen, also die vorsichtige Variante.
| Fall | Jahresertrag | im Haus | Nicht gekaufter Strom | Vergütung | Nutzen im Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Jahresertrag10'450 kWh | im Haus30 % | Nicht gekaufter Strom1'025 CHF | Vergütung439 CHF | Nutzen im Jahr1'464 CHF |
| Fallohne Speicher | Jahresertrag11'550 kWh | im Haus30 % | Nicht gekaufter Strom1'133 CHF | Vergütung485 CHF | Nutzen im Jahr1'618 CHF |
| Fallmit Speicher | Jahresertrag10'450 kWh | im Haus60 % | Nicht gekaufter Strom2'050 CHF | Vergütung251 CHF | Nutzen im Jahr2'300 CHF |
| Fallmit Speicher | Jahresertrag11'550 kWh | im Haus60 % | Nicht gekaufter Strom2'265 CHF | Vergütung277 CHF | Nutzen im Jahr2'543 CHF |
Nutzen im Jahr im Vergleich
Je länger der Balken, desto grösser der Wert in der Spalte «Nutzen im Jahr» der Tabelle darüber. Die Balkenlänge zeigt das Verhältnis der Zeilen zueinander, nicht einen absoluten Massstab.
Grundlage der Zahlen: elf Kilowattpeak, Jahresertrag 950 bis 1'050 Kilowattstunden je Kilowattpeak — eine Planungsgrösse, kein Wert für Ihr Dach. Ins Netz gehen ohne Speicher sieben Zehntel der Produktion, mit Speicher vier Zehntel. Eingesetzt sind 32.69 Rappen beim Einkauf und 6.00 bei der Rücklieferung, je ohne Mehrwertsteuer und ohne Herkunftsnachweis; jeder Frankenbetrag stammt aus unserer Multiplikation, ohne Modulalterung, Versicherung und Unterhalt. Läge der Quartalswert bei 10.266 Rappen, wären es ohne Speicher 312 bis 345 Franken mehr.
Vier Antworten für Hausbesitzer zwischen den beiden Klusen
01Unter den sieben teuersten Bezügen des Kantons: warum das für Sie eine gute Nachricht ist
Für die Frage, ob sich eine Solaranlage lohnt, ist eine hohe Stromrechnung die beste Ausgangslage. Der Nutzen entsteht nicht beim Verkauf, sondern dort, wo kein Strom mehr eingekauft wird. Je teurer der Einkauf, desto mehr bringt jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt — hier 26.69 Rappen.
Alles, was den Eigenverbrauch anhebt, rechnet sich hier schneller als bei billigem Netzstrom: Waschmaschine am Mittag, Boiler mit Zeitschaltung, Wärmepumpe, Ladestation, Speicher. Eine Auslegung auf hohe Einspeisung steht dagegen auf der schwächsten Grundlage.
02Zwei Klusen, kurze Wintertage: Horizontverschattung im Thal
Der Talkessel ist ein Sonderfall der Geometrie. Weil die Jurakämme von Ost nach West streichen, steht südlich des Talbodens eine Wand aus Fels und Wald — und genau dort zieht die Sonne im Winter ihre Bahn. Offen bleibt das Tal nur gegen Osten und Westen, wo die beiden Klusen die Kette durchbrechen. Im Sommer stört das kaum, die Sonne steigt hoch über die Kammlinie. Im Winter kehrt es sich um: Der Bogen bleibt flach und hängt tief im Süden, also hinter dem Kamm.
Daraus folgt zweierlei. Eine Ertragsprognose muss mit gemessenem Geländehorizont arbeiten statt mit freiem Feld; eine Prozentzahl nennen wir bewusst nicht, sie hängt an Firsthöhe, Hangabstand und Talseite. Und die Rangfolge der Dachflächen verschiebt sich: Sind nur die mittleren Stunden nutzbar, verlieren Ost- und Westflächen ihren Vorteil, den frühen und späten Ertrag, während die steile Südfläche gewinnt.
03Der Dorfkern ist Ortsbildschutzzone — was dort gilt
Wer im Dorfkern wohnt, fällt aus dem einfachen Weg heraus. Der Kanton nimmt Ortsbildschutzzonen vom Meldeverfahren aus; an ihre Stelle tritt das ordentliche Baugesuch mit Publikation, Einsprachefrist und Entscheid. Ein Verbot ist das nicht — die Gemeinde redet nur vorher mit, und es dauert länger.
Verhandelt wird die Wirkung vom Strassenraum aus: welche Fläche belegt werden darf, ob eine hofseitige als Ersatz taugt, wie die Module liegen — durchgehend statt gestückelt, bündig statt aufgesetzt — und in welcher Farbe. Ein eigenes Merkblatt der kantonalen Denkmalpflege ist nicht belegt; geklärt wird am Objekt. Ihr Partnerbetrieb sucht das Vorgespräch mit der Bauverwaltung und reicht danach ein. Sie wissen vor der Unterschrift, ob Ihre Solaranlage dort möglich ist.
04Warum Balsthal und Trimbach fast dasselbe zahlen
Ein Strompreis ist kein Preis, sondern eine Summe aus vier Teilen, und für jeden ist jemand anderes zuständig. Der Energiepreis ist das, was die Grundversorgerin verlangt — hier Primeo Energie, 15.20 Rappen. Die Netznutzung bezahlt die Leitung bis ans Haus und gehört der Netzbetreiberin AVAG: 10.29 Rappen plus Grundpreis. Der Bund erhebt 2.30 Rappen Netzzuschlag plus 0.73. Übrig bleibt die Gemeindeabgabe für die Nutzung des öffentlichen Grundes, hier 1.50 Rappen.
Balsthal und Trimbach hängen am selben Werk und haben denselben Energie- und Netztarif. Dass Balsthal mit 32.69 statt 32.34 Rappen teurer dasteht, hat einen Grund: 1.50 statt 1.15 Rappen Gemeindeabgabe. Daraus eine Ortsbesonderheit zu machen, wäre bequem — sie ist keine. Wer hier vergleicht, vergleicht keine Tarife, sondern Betriebe: Der Tarif steht fest, der Preis der PV-Anlage nicht — dort liegt der Spielraum.
Teurer Strom — drehen Sie ihn um.
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Dieselbe Rechnung für die Nachbarschaft, den Bezirk und den Kanton.
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|---|---|
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| SeiteMelden oder bewilligen: was eine Solaranlage wirklich braucht | Worum es dort gehtEin Ratgeberartikel zum Weiterlesen. |
Datenstand 27. August 2026 · fachlich geprüft von XTREMESOLAR. Quellen: ElCom, Tarifzeile Balsthal H4 2026 · Primeo Energie und Aare Versorgungs AG, Rücklieferung 2026 · Pronovo, Ansätze der Einmalvergütung · Energiefachstelle Solothurn, Förderprogramm · Amt für Raumplanung, Meldeverfahren und Meldeformular · BGS 941.26, Solarpflicht. Sämtliche Rappenangaben ohne Mehrwertsteuer; die Tarife laufen seit 1. Januar 2026. Da das Werk seinen Vergütungssatz alle drei Monate neu festlegt, kontrollieren wir sie jedes Quartal.