Welche Rolle Photovoltaik in der Schweizer Stromversorgung spielt
Photovoltaik löst das Sommerproblem der Stromversorgung — nicht das Winterproblem.
Wer versteht, warum Winterstrom in der Schweiz das knappe Gut ist, versteht auch, warum der Bund steile Anlagen besser bezahlt und warum über alpine Anlagen gesprochen wird.
Warum der Winter die eigentliche Frage ist
Photovoltaik liefert dann am meisten, wenn am wenigsten geheizt wird. Im Winterhalbjahr fallen bei einer Dachanlage rund 27 Prozent des Jahresertrags an — genau in der Zeit, in der der Verbrauch am höchsten ist.
Das ist kein Mangel einer bestimmten Anlage, sondern eine Eigenschaft der Sonne in unseren Breiten: kurze Tage, tiefer Sonnenstand, im Mittelland dazu Hochnebel.
Deshalb dreht sich die Diskussion um Winterstrom. Steile Anlagen, Fassaden und Standorte über der Nebelgrenze liefern anteilig mehr davon — eine Fassadenanlage kommt auf 42 Prozent im Winterhalbjahr statt auf 27.
Diese Zahlen beschreiben die Verteilung über das Jahr, nicht die absolute Menge. Eine Fassadenanlage liefert insgesamt weniger als eine Dachanlage.
Was ein einzelnes Dach ausmacht
Ein Hausdach ändert die Versorgungslage nicht. Was es ändert, ist der eigene Bezug: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde muss nicht erzeugt, transportiert und bezahlt werden.
In der Summe ergibt das den Beitrag der Dachanlagen — und der ist der Grund, warum der Bund die Einmalvergütung überhaupt zahlt: 360 Franken je Kilowatt für die übliche angebaute Anlage, 400 für die integrierte.
Wer den Beitrag zum Winterstrom erhöhen will, baut steiler. Ob sich das für Ihr Dach rechnet, ist eine eigene Frage — die Antwort steht im Beitrag zum Winterertrag.
Vier Punkte zur grossen Linie
01Kann die Schweiz sich mit Solarstrom versorgen?
Im Sommer liefert Photovoltaik viel, im Winter wenig. Eine Versorgung allein über Dachanlagen ist deshalb keine realistische Beschreibung. Wir geben zur künftigen Zusammensetzung der Stromversorgung keine Prognose ab.
02Warum zahlt der Bund für integrierte Anlagen mehr?
400 statt 360 Franken je Kilowatt — integrierte Anlagen sind teurer und häufig steiler. Der Aufschlag gleicht das teilweise aus.
03Sind alpine Anlagen eine Konkurrenz zum Hausdach?
Nein. Sie zielen auf Winterstrom im Netz. Ihr Eigenverbrauch zu Hause bleibt davon unberührt.
04Was bringt mein Dach dem Netz?
Es entlastet es im Sommer und liefert im Winter wenig. Der grössere Effekt für Sie ist ohnehin der eigene Bezug, nicht die Einspeisung.
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Ihr Beitrag beginnt auf Ihrem Dach.
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Datenstand 12. September 2026. Quellen: Swissolar · EnergieSchweiz · Sonnendach.ch des Bundes · Pronovo, abgerufen am 12. September 2026.