Solaranlage Bern: Kosten und Vergütung in Bern-Mittelland
10.96 Rappen fürs Netz — und mehrere Preise fürs Dach.
Energie Wasser Bern zahlt für eingespeisten Strom mindestens 10.96 Rappen je Kilowattstunde, sofern Sie die Herkunftsnachweise abtreten — fast das Doppelte der Untergrenze des Bundes. Zugleich ist der Bezug hier so teuer wie nirgends sonst im Kanton.
Vergleichswert für alle Gemeindeseiten: Der Vollpreis für das Standardprofil H4 liegt 2026 in Bern bei 33.26 Rappen je Kilowattstunde, ohne Mehrwertsteuer (Erhebung der ElCom). Diese Zahl steht auf jeder Gemeindeseite und macht die Orte untereinander vergleichbar.
Was eine Solaranlage in Bern für eingespeisten Strom erhält
Für jede Solaranlage stehen im selben Tarifblatt zwei Sätze, zwischen ihnen fast das Doppelte — und der Grund liegt nicht auf dem Dach.
Das Werk rechnet quartalsweise und rückwirkend über den Referenzmarktpreis Sonne ab, sichert dabei aber die Mindestwerte unten zu. Welcher gilt, hängt allein daran, ob die Herkunftsnachweise ans Werk gehen: Gehen sie hin, liegt die Untergrenze für Anlagen bis 100 Kilowatt bei 10.96 Rappen, Nachweis inbegriffen. Behalten Sie ihn, bleibt das schweizweite Minimum.
Belegt ist das zweifach: im städtischen Tarif 742.306, gültig ab 1. Januar 2026, und auf der Produktseite des Werks. Fürs erste Quartal 2026 weist ewb bis 11.17 Rappen aus, fürs zweite 10.96 — ohne Mehrwertsteuer.
| Konstellation | Mindestens 2026 | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| KonstellationMit Abtretung, bis 100 kW | Mindestens 202610.96 Rp./kWh | Was dahinterstecktKeine eigene Position auf der Gutschrift. |
| KonstellationOhne Abtretung, mit Eigenverbrauch, unter 30 kW | Mindestens 20266.00 Rp./kWh | Was dahinterstecktUntergrenze des Bundes seit 1. Januar 2026. |
| KonstellationOhne Abtretung, ohne Eigenverbrauch | Mindestens 20266.20 Rp./kWh | Was dahinterstecktVolleinspeisung ohne Eigennutzung. |
33.26 Rappen: teurer wird Strom in keiner Berner Gemeinde
2025 waren es 31.43 Rappen — knapp sechs Prozent Aufschlag, die jede eigene Kilowattstunde wertvoller machen.
Er gilt fürs Profil H4, den Haushalt mit etwa 4'500 Kilowattstunden im Jahr, und ist ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen; neu erscheinen die Messkosten getrennt, mit 7.80 Franken monatlich je Zähler.
| Position im Tarif 2026 | Rp./kWh |
|---|---|
| Position im Tarif 2026Energie, ewb.Basis.STROM Natur (Öko 13.90) | Rp./kWh13.20 |
| Position im Tarif 2026Netznutzung | Rp./kWh12.30 |
| Position im Tarif 2026Abgaben an die Stadt Bern | Rp./kWh2.65 |
| Position im Tarif 2026Bundesabgaben | Rp./kWh2.30 |
| Position im Tarif 2026Stromreserve 0.41, Solidaritätsbeitrag 0.05, Systemdienstleistungen 0.27 | Rp./kWh0.73 |
| Position im Tarif 2026Messkosten, auf 4'500 kWh umgelegt | Rp./kWh2.08 |
| Position im Tarif 2026Summe im Profil H4 | Rp./kWh33.26 |
| Position im Tarif 2026Vorsprung je selbst verbrauchter kWh | Rp./kWh22.30 |
Zwei Zeilen sind unsere eigene Arithmetik: Die Tarifpositionen ohne Messung ergeben 31.18 Rappen, erst mit den Messkosten steht die Zahl des Datenexports der ElCom; der Vorsprung von 22.30 Rappen ist der Abstand zwischen 33.26 und 10.96. Mit 8.1 Prozent Steuer wären es rund 36.0 Rappen — auch das rechnen wir, nicht das Werk.
Der Ökofonds legt 80 Franken je Kilowatt drauf — der Kanton nichts
Drei Ebenen, zwei Kassen: Wer in Bern-Mittelland auf einen Kantonsbeitrag fürs Hausdach hofft, hofft vergeblich.
| Ebene | Was ausbezahlt wird | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was ausbezahlt wirdEinmalvergütung über Pronovo: unter 30 Kilowatt 360 Franken je Kilowatt angebaut, 400 integriert; ab 30 Kilowatt 300 angebaut; ab 75 Grad Neigung 400 oder 200 zusätzlich. | Worauf zu achten istMassgebend ist die Inbetriebnahme; die Ansätze laufen bis 31. März des Folgejahres. Den Grundbeitrag beziffern wir nicht, er liegt uns nicht belegt vor. |
| EbeneKanton Bern | Was ausbezahlt wirdNull Franken für Strom vom Dach. Gefördert werden Sanierung, Wärmepumpen, Holzheizungen, Wärmenetze, Ladeinfrastruktur und thermische Anlagen; Photovoltaik und Speicher fehlen. | Worauf zu achten istWer hier einen Kantonsbeitrag verspricht, hat das Merkblatt nicht gelesen. |
| EbeneStadt Bern über ewb | Was ausbezahlt wird80 Franken je Kilowatt Gleichstromleistung bis 30 Kilowattpeak, ab 31 pauschal 2'400 Franken. Aus dem Ökofonds, gespeist aus zehn Prozent der Gewinnablieferung. | Worauf zu achten istGesuch vor Baubeginn, nachträglich geht nichts. Zusicherung ein Jahr gültig, Steckersolargeräte ausgeschlossen. Ansätze seit 1. Januar 2025. |
Für die Solaranlage eines Einfamilienhauses mit 10 Kilowattpeak sind das 800 Franken obendrauf. Anmelden, Bestätigung abwarten, Gesuch stellen: diese Kette führt Ihr Partnerbetrieb, damit der Baustart nicht vor dem Gesuch liegt. Einen städtischen Klimafonds gibt es dagegen nicht — der Gemeinderat lehnte ihn am 28. Mai 2026 ab und schlägt einen "ewb Impact Fonds" vor, der noch nicht gilt.
Zwischen Welterbe und Wankdorf: wohin die Photovoltaikanlage gehört
137'995 Einwohner weist das Bundesamt für Statistik per 31. Dezember 2024 aus, die städtische Einwohnerkontrolle für Mitte 2026 deren 147'124 — zwei Reihen, die man nicht mischt.
Die Altstadt steht seit 1983 auf der Liste des UNESCO-Welterbes, und die Gründe sieht man vom Dach aus: Sandsteinfassaden, eine beinahe einheitliche Ziegellandschaft. Der Managementplan dazu soll ab Sommer oder Herbst 2026 greifen; im Perimeter bleibt die Belegung die Ausnahme.
Ausserhalb sieht es anders aus. Die Gewerbe- und Industrieareale in Wankdorf, Ausserholligen und Bümpliz bieten grosse, wenig gegliederte Flächen, in den Neubauquartieren ist die Statik für Aufbauten ausgelegt. Dort ist eine PV-Anlage Routine, und dort liegt das Potenzial der Stadt.
Grundsätzlich sind Solaranlagen in Bern baubewilligungsfrei. Bewilligungspflichtig werden sie auf erhaltens- oder schützenswerten Objekten des Bauinventars und in Baugruppen, wo die Denkmalpflege vorgängig beizuziehen ist. In welche Kategorie Ihre Liegenschaft im Verwaltungskreis Bern-Mittelland fällt, klärt der Betrieb, nicht Sie.
Zehn Kilowattpeak auf einem Stadtberner Reiheneckhaus
Gerechnet mit den ewb-Werten 2026; die Annahmen stehen unter der Tabelle.
Vorab der Rahmen: Für eine Solaranlage mit rund 10 Kilowattpeak nennen die Betriebe 18'000 bis 24'000 Franken vor Abzug der Förderung, ein Speicher 6'000 bis 11'000. Den Preis treibt nicht die Modulmarke, sondern der Aufwand am Bau — Eindeckung, Teilflächen, Kabelweg, Gerüst im engen Innenhof. Als Ertrag setzen wir 950 bis 1'050 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr an — ein Planwert.
| Fall | Produktion | Ins Netz | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9'500 kWh | Ins Netz70 % | Gesparter Bezug942 CHF | Vergütung729 CHF | Nutzen je Jahr1'671 CHF |
| Fallohne Speicher | Produktion10'500 kWh | Ins Netz70 % | Gesparter Bezug1'041 CHF | Vergütung806 CHF | Nutzen je Jahr1'847 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9'500 kWh | Ins Netz40 % | Gesparter Bezug1'884 CHF | Vergütung416 CHF | Nutzen je Jahr2'300 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion10'500 kWh | Ins Netz40 % | Gesparter Bezug2'083 CHF | Vergütung460 CHF | Nutzen je Jahr2'543 CHF |
Nutzen je Jahr im Vergleich
Je länger der Balken, desto grösser der Wert in der Spalte «Nutzen je Jahr» der Tabelle darüber. Die Balkenlänge zeigt das Verhältnis der Zeilen zueinander, nicht einen absoluten Massstab.
Annahmen: Ins Netz gehen ohne Speicher 70 Prozent der Produktion, mit Speicher noch 40 Prozent; der Rest bleibt im Haus. Bezug 33.26 Rappen, Vergütung 10.96 Rappen mit abgetretenen Herkunftsnachweisen, beides ohne Mehrwertsteuer. Alterung, Versicherung und Unterhalt bleiben aussen vor. Es sind Bandbreiten; verbindlich ist erst die Offerte.
Vier Fragen, die uns aus der Stadt Bern immer wieder erreichen
0110.96 statt 6 Rappen: was bringt die Abtretung der Herkunftsnachweise?
4.96 Rappen auf jeder Kilowattstunde, die ins Netz geht. Wer abtritt, erhält bis 100 Kilowatt mindestens 10.96 Rappen, Nachweis inbegriffen; sonst gilt das Bundesminimum von 6.00 Rappen mit und 6.20 ohne Eigenverbrauch.
Konkret: Eine Anlage mit 10 Kilowattpeak ohne Speicher gibt bei 9'500 Kilowattstunden Produktion etwa 6'650 ins Netz. Abgetreten sind das 729 Franken im Jahr, andernfalls 399 — rund 330 Franken Unterschied, Jahr für Jahr. Die Abtretung erklärt der Partnerbetrieb im Anschlussgesuch.
02Der Ökofonds: woher kommen die 80 Franken je Kilowatt?
Aus dem Ökofonds für erneuerbare Energien, den ewb für die Stadt führt und der aus zehn Prozent der Gewinnablieferung gespeist wird. Bis 30 Kilowattpeak sind es 80 Franken je Kilowatt Gleichstromleistung, ab 31 pauschal 2'400 Franken; ein Dach mit 10 Kilowattpeak bringt 800 Franken.
Drei Bedingungen entscheiden: Gesuch vor Baubeginn, Zusicherung danach ein Jahr gültig, Steckersolargeräte ausgenommen. Die Ansätze stammen vom 1. Januar 2025; für 2026 fanden wir keine neue Publikation, weshalb der Betrieb den Stand vorher prüft.
03Darf in der Altstadt überhaupt eine Solar-Anlage aufs Dach?
Geschützt ist im Welterbeperimeter nicht das Haus, sondern das Bild als Ganzes: Sandstein und die durchlaufende Ziegelfläche über den Lauben. Ein Nein ist das nicht, aber jede Fläche ein Einzelfall.
Steht Ihr Gebäude als erhaltens- oder schützenswertes Objekt im Bauinventar oder liegt es in einer Baugruppe, entfällt die Bewilligungsfreiheit und die Denkmalpflege ist vorgängig beizuziehen. Diese Vorabklärung führt der Partnerbetrieb, bevor eine Zahl auf dem Papier steht.
04Bewilligungsfrei — heisst das, ich muss gar nichts einreichen?
Nein, und das wird regelmässig verwechselt. Bewilligungsfrei heisst nur: kein ordentliches Verfahren mit Publikation und Einsprachefrist — meldefrei heisst es nicht. Auch die bewilligungsfreie Anlage ist der örtlichen Baubehörde anzuzeigen, spätestens dreissig Tage vor Baubeginn, hier über eBau, das elektronische Portal des Kantons.
Dazu gehören Situationsplan, Dachaufsicht, Angaben zum Modultyp und der Nachweis der kantonalen Masse: am Steildach höchstens zwanzig Zentimeter Aufbauhöhe, blendarme Module ohne Lücken, am Flachdach nicht mehr als einen Meter ab Dachkante und im 45-Grad-Blickwinkel verdeckt. Hochgeladen wird das vom Betrieb, von Ihnen kommt die Unterschrift. Ein Baugesuch wird daraus, sobald die Masse überschritten werden oder ein geschütztes Objekt, ein K-Objekt oder ein Ortsbild mit Erhaltungsziel A betroffen ist.
Ihr Dach in Bern, drei Preise, ein Formular.
Angaben zur Liegenschaft eintragen, absenden — alles Weitere übernehmen die Betriebe: eBau-Meldung, Pronovo, Ökofonds-Gesuch.
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Datenstand 27. August 2026 · fachlich geprüft von XTREMESOLAR. Quellen: ewb — Tarife 2026, Rücklieferung, Ökofonds · Stadt Bern — Tarif 742.306 und Denkmalpflege · ElCom — Strompreise 2026 · Pronovo — Einmalvergütung · Kanton Bern — eBau · BFS — Wohnbevölkerung 31.12.2024. Rappenangaben ohne Mehrwertsteuer, wie ewb publiziert; Umrechnung und Addition sind oben als eigene Rechnungen gekennzeichnet. Die Ökofonds-Ansätze datieren vom 1. Januar 2025. Tarife und Beiträge ändern jährlich — geprüft wird jedes Quartal.