Solaranlage Basel-Landschaft: Kosten, Förderung, Ertrag

Photovoltaik Basel-Landschaft · Primeo Netz und EBL

Baselbiet: ein Formular, mehrere Offerten.

Im Baselbiet hängt Ihre Vergütung nicht an der Gemeinde, sondern am Werk: Primeo Netz zahlt 2.00 Rappen für den Herkunftsnachweis, die EBL 3.00 — beides ohne Mehrwertsteuer. Einen Kantonsbeitrag je Kilowattpeak gibt es dagegen nicht. Diese Seite legt beide Netze nebeneinander und sagt, wo im Kanton trotzdem Geld zu holen ist.

zwischen der teuersten und der günstigsten Offertebis zu drei Offerten aus dem BaselbietBetriebe, die im Baselbiet montierenkostenlos und unverbindlich

1Beginnen wir mit Ihrer Postleitzahl.

2Was haben Sie vor?

3Wie ist Ihr Dach ausgeführt?

4Wie gross ist die Fläche ungefähr?

5Soll ein Batteriespeicher dazu?

6Wann soll die Anlage stehen?

7Haben Sie eine Wärmepumpe?

8Wallbox oder Ladestation geplant?

✓Das genügt für den Anfang.

Schritt 1 von 9

Sieben kurze Fragen — die erste ist die einfachste.

PLZ eintragen — danach geht es weiter.
Schritt 2 von 9

Danach richtet sich, welche Betriebe für Sie in Frage kommen.

Schritt 3 von 9

Die Ausführung bestimmt das Befestigungssystem — und einen guten Teil der Montagekosten.

Schritt 4 von 9

Eine Schätzung genügt. Gemessen wird später vor Ort.

Schritt 5 von 9

Ob sich ein Speicher lohnt, hängt am Abstand zwischen Bezugspreis und Vergütung — die Zahlen dazu stehen weiter unten auf dieser Seite.

Schritt 6 von 9

Massgebend für die Einmalvergütung ist die Inbetriebnahme, nicht der Auftrag.

Schritt 7 von 9

Sie verschiebt den Eigenverbrauch in den Winter — das ändert die Rechnung spürbar.

Schritt 8 von 9

Wer sein Auto zu Hause lädt, verbraucht den eigenen Strom selbst — das rechnet sich doppelt.

Schritt 9 von 9

Wir geben Ihre Angaben an bis zu 3 Betriebe aus der Region weiter. Sie entscheiden, wer Sie kontaktiert.

Kostenlos, unverbindlich, keine Werbeanrufe.

215.8
Megawattpeak sind im Kanton installiert, Datenjahr 2024
10'363
Anlagen zählt die kantonale Statistik, rund 4'100 davon kamen seit 2022 dazu
248.1
Gigawattstunden Solarstrom im Jahr — zweitgrösste Quelle des Kantons
0
Franken zahlt der Kanton je Kilowattpeak ohne begleitende Sanierung
Energie 14.40 / 13.00 Rp./kWhNetznutzung 14.20 / 9.45 Rp./kWhAbgaben und Zuschläge 3.055 Rp./kWhSumme Bezug rund 31.66 / 25.51 Rp./kWhGrund- und Messpreis 6.00 + 7.00 CHF/MonatHerkunftsnachweis 2.00 Rp./kWhEnergie 14.40 / 13.00 Rp./kWhNetznutzung 14.20 / 9.45 Rp./kWhAbgaben und Zuschläge 3.055 Rp./kWhSumme Bezug rund 31.66 / 25.51 Rp./kWhGrund- und Messpreis 6.00 + 7.00 CHF/MonatHerkunftsnachweis 2.00 Rp./kWh
Kosten

Was eine Solaranlage im Baselbiet kostet, entscheidet das Dach

Der Kanton ist auf engem Raum sehr verschieden gebaut — und genau das steht später in der Offerte.

Zwischen dem Reihenhausteppich von Reinach, den Hanglagen gegen das Bruderholz und den Hallendächern in Schweizerhalle liegen keine zwanzig Kilometer, aber drei völlig verschiedene Baustellen. Ein gut zugängliches Satteldach mit Ziegeln ist die günstige Variante. Teurer wird es, wenn das Gerüst an einer Hangkante steht, wenn der Kabelweg vom First bis zur Hauptverteilung durch drei Geschosse führt, oder wenn auf einem Flachdach zuerst Statik, Ballast und Brandschutz nachgewiesen werden müssen.

Zur Einordnung nennen die Betriebe unseres Netzes für zehn Kilowattpeak auf einem Einfamilienhaus ein Band von 18'000 bis 24'000 Franken, die Bundesförderung darin noch nicht gegengerechnet; ein Batteriespeicher schlägt mit 6'000 bis 11'000 Franken zusätzlich zu Buche. Das sind Spannen aus vielen Offerten, keine Preisliste. Genau in dieser Spanne steckt der Grund, weshalb sich der Vergleich lohnt: Für dasselbe Dach schreiben zwei Betriebe selten dieselbe Zahl.

Primeo Netz und EBL

Drei Werke, ein Kanton — und was sie unterschiedlich abrechnen

Alle Angaben in dieser Tabelle verstehen sich ohne Mehrwertsteuer, so wie beide Werke sie publizieren. Wir vermischen sie nicht mit Basler Zahlen, die mit Steuer ausgewiesen sind.

Position 2026Primeo EnergieEBL
Position 2026EnergiePrimeo Energie14.40 / 13.00 Rp./kWhEBL10.40 Rp./kWh
Position 2026NetznutzungPrimeo Energie14.20 / 9.45 Rp./kWhEBL12.45 Rp./kWh
Position 2026Abgaben und ZuschlägePrimeo Energie3.055 Rp./kWhEBLnicht separat publiziert
Position 2026Summe BezugPrimeo Energierund 31.66 / 25.51 Rp./kWhEBL26.22 Rp./kWh
Position 2026Grund- und MesspreisPrimeo Energie6.00 + 7.00 CHF/MonatEBL52.20 + 58.80 + 67.80 CHF/Jahr
Position 2026RücklieferungPrimeo EnergieReferenzmarktpreisEBLReferenzmarktpreis
Position 2026HerkunftsnachweisPrimeo Energie2.00 Rp./kWhEBL3.00 Rp./kWh

Zu den Zahlen im Einzelnen. Bei Primeo steht links der Hoch-, rechts der Niedertarif; das Produkt heisst Primeo Standard, Kundengruppe Basis, gültig ab 1. Januar 2026. Zu den Abgaben von 3.055 Rappen kommt eine Konzessionsabgabe von 4.10 Prozent auf Netznutzung und Messtarif. Die Summe von rund 31.66 beziehungsweise 25.51 Rappen ist eine eigene Addition von XTREMESOLAR aus den publizierten Einzelposten — Primeo selbst weist kein Total aus. Zum Einordnen: energonia liest aus den ElCom-Daten für das Profil H4 ein publiziertes Total von 31.98 Rappen ohne Steuer heraus, Stand 24. Februar 2026; jenes Profil enthält einen Leistungstarif und ist deshalb nicht deckungsgleich. Die 26.22 Rappen der EBL sind dagegen eine Summe, die das Werk selbst ausweist; sie gilt für das Standardprodukt EBL Blau im Einfachtarif und ist ein Arbeitspreis ohne die festen Posten von 178.80 Franken im Jahr. Auf den Referenzhaushalt umgelegt ergeben diese 3.97 Rappen — zusammen 30.19, und genau die 30.20, die die Elektrizitätskommission für die EBL ausweist. Arbeitspreis und Vollpreis dürfen nicht gegeneinander verglichen werden. Mit Doppeltarifzähler sind es 29.62 im Hoch- und 22.52 im Niedertarif. Die Netznutzung um 2.6 Prozent, was einem Vierpersonenhaushalt mit 4'500 Kilowattstunden knapp 80 Franken im Jahr bringt. Für die Rücklieferung gilt in beiden Netzen der quartalsweise Referenzmarktpreis des Bundes — im ersten Quartal 2026 sind 10.266 Rappen ausgewiesen, darunter greift die gesetzliche Untergrenze von 6.00 Rappen bis 30 Kilowatt. Die EBL nennt für 30 bis 150 Kilowatt ohne Eigenverbrauch 6.2 Rappen. Beim Herkunftsnachweis nimmt Primeo erst ab 2 Kilowattpeak ab und deckelt den Ansatz 2026 bei 2 Rappen; mehrwertsteuerpflichtige Produzenten erhalten die Steuer zusätzlich. Ein Bezugspreis inklusive Mehrwertsteuer ist bei keinem der beiden Werke publiziert — wir rechnen keinen aus.

GemeindeEinwohnerNetzVollpreis 2026
GemeindeAllschwilEinwohner22'445NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeReinachEinwohner21'174NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeMuttenzEinwohner18'425NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindePrattelnEinwohner16'699NetzEBL und Primeo Netz AG — beide amtlich für Pratteln verzeichnetVollpreis 202630.20 / 31.98 Rp.
GemeindeBinningenEinwohner16'319NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeLiestalEinwohner16'152NetzEBLVollpreis 202630.20 Rp.
GemeindeMünchensteinEinwohner12'712NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeOberwilEinwohner11'569NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeAeschEinwohner11'464NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.
GemeindeBirsfeldenEinwohner10'469NetzPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.

Einwohnerzahlen per 31. März 2026, Statistik BL. Acht dieser zehn Gemeinden liegen im selben Netzgebiet und haben damit denselben Strompreis und dieselbe Rücklieferung — eine gemeindeweise Preisdifferenzierung existiert dort schlicht nicht, auch wenn manche Vergleichsseite das nahelegt. Der Fall Pratteln bleibt offen: Die Gemeinde hat einen Strom-Konzessionsvertrag mit der EBL, erscheint aber auch im Versorgungsgebiet von Primeo Netz. Eine Teilversorgung wäre plausibel, belegt ist sie nicht. Wir tragen darum beide Namen ein und lassen den Partnerbetrieb die Zuordnung am Anschlussobjekt abfragen, bevor er eine Zahl aufschreibt. In Eptingen und Läufelfingen versorgt heute die Aare Versorgungs AG; der Netzbetrieb geht dort am 1. Januar 2027 an Primeo Netz über.

Der ganze Kanton

Sieben Werke auf 85 Gemeinden — der einheitlichste Kanton nach Basel-Stadt

Wir haben bisher nur die Gemeinden erhoben, für die eine Seite besteht — rund achtzig von 725. Jede daraus gerechnete Spanne war damit ein Ausschnitt, kein Kanton. Jetzt liegen alle 725 Gemeinden unserer fünf Kantone vor.

KantonGemeindenWerketiefster Vollpreishöchster VollpreisSpanne
KantonAargauGemeinden198Werke95tiefster VollpreisSisseln 20.03höchster VollpreisMurgenthal 39.65Spanne19.63 Rp.
KantonBernGemeinden334Werke81tiefster VollpreisLauterbrunnen 23.61höchster VollpreisTeuffenthal 41.09Spanne17.48 Rp.
KantonSolothurnGemeinden105Werke26tiefster VollpreisEgerkingen 23.47höchster VollpreisKestenholz 43.61Spanne20.15 Rp.
KantonBasel-LandschaftGemeinden85Werke7tiefster VollpreisItingen 24.31höchster VollpreisMaisprach 32.09Spanne7.78 Rp.
KantonBasel-StadtGemeinden3Werke1tiefster Vollpreisalle drei 33.25höchster Vollpreisalle drei 33.25Spanne0.00 Rp.

Grundlage: Eintrag der Eidgenössischen Elektrizitätskommission, Tarifjahr 2026, Kategorie H4, Produkt Standard, Vollpreis ohne Mehrwertsteuer, Stand 2. September 2026. 725 Gemeinden, 777 Tarife — 48 Gemeinden haben mehr als ein Netz und stehen deshalb zweimal. Die Spannen sind unsere Subtraktion; bei 4'500 Kilowattstunden im Jahr entsprechen 19.63 Rappen rund 883 Franken. Ältere Fassungen dieser Seite nannten eine kleinere Spanne. Sie war richtig gerechnet, aber auf unserer eigenen Auswahl statt auf dem Kanton — wir haben sie ersetzt, statt sie stehen zu lassen.

Förderung

Das Baselbiet zahlt an das sanierte Dach, nicht an die Module

Wer hier einen Zuschuss je Kilowattpeak sucht, findet ihn nicht. Wer ohnehin saniert, findet dafür mehr, als er erwartet.

EbeneWas ausbezahlt wirdWoran es hängt
EbeneBund Was ausbezahlt wirdEinmalvergütung über Pronovo. Unter 30 Kilowatt 360 Franken je Kilowatt angebaut oder freistehend, 400 integriert; ab 30 Kilowatt 300 angebaut. Neigung ab 75 Grad bringt einen Bonus, Anlagen ohne Eigenverbrauch zwischen 2 und 150 Kilowatt 450 Franken je Kilowatt. Dazu ein Sockelbetrag, den wir bewusst nicht beziffern, weil kein belastbarer Wert vorliegt. Woran es hängtZählt wird das Datum der Inbetriebnahme. Die Ansätze halten bis zum 31. März des Folgejahres, am 1. April treten neue in Kraft.
EbeneKanton Basel-Landschaft Was ausbezahlt wirdKein allgemeiner Beitrag je Kilowattpeak. Der einzige Fördertitel heisst Bonus Photovoltaik-Anlage und steht im Baselbieter Energiepaket: 40 Franken je Quadratmeter Modulfläche auf dem Dach, 120 Franken an der Fassade. Woran es hängtNur zusammen mit einer energetischen Dach- oder Fassadensanierung, und nur auf dem sanierten Bauteil. Höchstens 100'000 Franken je Gesuch, höchstens die Hälfte der Investitionskosten, Mindestbeitrag 500 Franken. Gesuch zwingend vor Baubeginn, Eingabe seit dem 12. Januar 2026 über energiepaket-bl.ch.
EbeneBinningen Was ausbezahlt wird25 Prozent des Bundesbeitrags für private Anlagen bis 9.99 Kilowattpeak, aus dem Energiefonds der Gemeinde, der 2026 mit 2.6 Millionen Franken neu geäufnet wurde. Grössere Solaranlagen werden bis zu dieser Leistungsgrenze gefördert. Woran es hängtSetzt den Bescheid von Pronovo voraus — ohne dessen Betrag lässt sich der Gemeindeanteil nicht berechnen. Die Reihenfolge übernimmt Ihr Partnerbetrieb.
EbeneMuttenz Was ausbezahlt wirdEin kommunaler Energie- und Klimafonds ist belegt, samt Reglement und publizierten Förderbeiträgen für Energie-Anlagen. Der Ansatz für Photovoltaik ist nicht belegt. Woran es hängtWir nennen deshalb keinen Betrag. Was aus dem Fonds für Ihr Dach zu holen ist, fragt der Betrieb vor der Offerte bei der Gemeinde ab.
EbeneÜbrige Gemeinden Was ausbezahlt wirdKein Programm auffindbar. Das ist eine Aussage über unsere Recherche, nicht über die Gemeindekasse. Für Reinach ist belegt, dass die Gemeinde ausschliesslich auf Bund und Kanton verweist. Woran es hängtGemeindebudgets ändern sich schneller als Suchmaschinen. Vor der Offerte wird nachgefragt, statt aus einer Nachbargemeinde abgeschrieben.

Zwei Randnotizen. Für Batteriespeicher ist im Kanton kein Beitrag belegt; wir schreiben das lieber hin, als eine Zahl zu nennen, die in der Schlussabrechnung fehlt. Und die Energieprämie aus dem Gesetz über die Wohnbau- und Eigentumsförderung existiert seit dem 1. Januar 2024 — ihre Ansätze für 2026 sind uns nur über eine Sekundärquelle bekannt, deshalb steht hier kein Franken dazu. Rechtsgrundlage des Bonus sind das kantonale Energiegesetz, die Energieverordnung und das Dekret SGS 490.1.

Ertrag und Bestand

Was auf den Baselbieter Dächern bereits läuft

Die kantonale Statistik hat für das Datenjahr 2024 nachgezählt: 215.8 Megawattpeak auf 10'363 Anlagen, zusammen 248.1 Gigawattstunden im Jahr. Zwei Jahre zuvor waren es 117 Gigawattstunden. Damit ist die Sonne im Baselbiet zur zweitwichtigsten Stromquelle geworden, hinter der Wasserkraft mit 387 Gigawattstunden. Nebenbei räumt diese Zahlenreihe mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Die oft zitierten 36 Prozent beschreiben den Anteil der gesamten kantonalen Eigenproduktion am Stromverbrauch, nicht denjenigen der Photovoltaik.

Für Ihr Dach sagen diese Zahlen wenig, für die Planung dagegen viel. Der Ertrag hängt an Ausrichtung, Neigung und Verschattung — im Leimental und an den Jurahängen oft an Letzterer, entlang der Birs eher an der Nachbarbebauung. Der Beispielrechnung weiter unten liegt ein spezifischer Ertrag von 950 bis 1'050 Kilowattstunden je Kilowattpeak zugrunde. Das ist der Erfahrungswert für ein unauffälliges Dach in der Nordwestschweiz; wo Ihres darin steht, entnimmt der Partnerbetrieb dem Solarkataster und bestätigt es bei der Begehung.

Eine Solaranlage plant man im Baselbiet deshalb von zwei Seiten her: von der Fläche und vom Verbrauch. Weil die Rücklieferung dem Marktpreis folgt und keinem festen Satz, wächst der Wert jeder Kilowattstunde, die im Haus bleibt — über die Wärmepumpe, die Ladestation, den warmen Boiler am Nachmittag. Diese Rechnung stellen wir mit Ihnen auf, bevor die Modulzahl feststeht.

Bewilligung

Ein einziger Schalter für den ganzen Kanton

Hier unterscheidet sich das Baselbiet deutlich von anderen Kantonen: Die Meldung einer genügend angepassten Solaranlage geht nicht auf die Gemeindeverwaltung, sondern an das kantonale Bauinspektorat. Zwischen Eingang und erstem Arbeitstag müssen mindestens dreissig Tage liegen; das Formular läuft über forms.bl.ch. So gilt es seit dem 1. Oktober 2013. Ausgefüllt und eingereicht wird es vom Betrieb, den Sie beauftragen — Sie erteilen eine Vollmacht, sonst nichts.

Und eine gute Nachricht steckt darin: Strengere kommunale Vorschriften hat der Kanton mit dieser Regelung aufgehoben. Keine Gemeinde darf ein zweites, eigenes Verfahren daraufsetzen. Für Sie heisst das, dass ein Vorhaben in Oberwil denselben Weg nimmt wie eines in Birsfelden. Reinach führt zwar ein eigenes Bauinspektorat, doch auch dort gilt die kantonale Ordnung.

Bewilligungspflichtig bleibt, was in einer Kernzone, einer Ortsbildzone oder einer Denkmalschutzzone liegt, dazu geschützte Bauten und Naturobjekte kantonaler wie nationaler Bedeutung — betroffen sind etwa die Liestaler Altstadt, der ummauerte Kirchenbezirk in Muttenz oder der alte Ortskern von Oberwil. Dann gibt die kantonale Denkmalpflege den Rahmen vor: pro Dachseite eine geschlossene Fläche, rechteckig zugeschnitten und am Dachrand ausgerichtet, höchstens 20 Zentimeter über der Deckung, matte Module, keine Sicht über die Dachlinie hinaus; bei geschützten Bauten kommt hinzu, dass die Module bündig in der Dachfläche liegen und weder Rahmen noch Leitungen zu sehen sein dürfen. Ob Ihre Parzelle darunterfällt, klären wir ab, bevor ein Modul bestellt ist.

Zur Pflicht: Eine eigene, über das Bundesrecht hinausgehende Solarpflicht kennt Basel-Landschaft nicht. Es gilt Artikel 45a des Energiegesetzes des Bundes für Neubauten; die Ausnahmen davon hat der Regierungsrat in der kantonalen Energieverordnung geregelt, in Kraft seit dem 1. März 2025 und veranlasst durch ein Urteil des Kantonsgerichts vom 11. September 2024. Dass eine PV-Anlage bei einer Dachsanierung im Bestand vorgeschrieben wäre, ist für diesen Kanton nicht belegt.

Beispielrechnung

Ein Baselbieter Einfamilienhaus mit 11 Kilowattpeak

Gerechnet im Primeo-Netz, weil dort acht unserer zehn Gemeinden liegen. Alle Annahmen stehen unter der Tabelle.

FallProduktionEigenverbrauchErsparnis BezugRücklieferungNutzen je Jahr
Fallohne SpeicherProduktion10'450 kWhEigenverbrauch30 %Ersparnis Bezug993 CHFRücklieferung751 CHFNutzen je Jahr1'744 CHF
Fallohne SpeicherProduktion11'550 kWhEigenverbrauch30 %Ersparnis Bezug1'097 CHFRücklieferung830 CHFNutzen je Jahr1'927 CHF
Fallmit SpeicherProduktion10'450 kWhEigenverbrauch60 %Ersparnis Bezug1'985 CHFRücklieferung429 CHFNutzen je Jahr2'414 CHF
Fallmit SpeicherProduktion11'550 kWhEigenverbrauch60 %Ersparnis Bezug2'194 CHFRücklieferung474 CHFNutzen je Jahr2'668 CHF

Nutzen je Jahr im Vergleich

ohne Speicher 10'450 kWh1'744 CHF
ohne Speicher 11'550 kWh1'927 CHF
mit Speicher 10'450 kWh2'414 CHF
mit Speicher 11'550 kWh2'668 CHF

Je länger der Balken, desto grösser der Wert in der Spalte «Nutzen je Jahr» der Tabelle darüber. Die Balkenlänge zeigt das Verhältnis der Zeilen zueinander, nicht einen absoluten Massstab.

Annahmen: 11 Kilowattpeak, spezifischer Jahresertrag zwischen 950 und 1'050 Kilowattstunden. Ins Netz gehen ohne Speicher sieben von zehn Kilowattstunden, mit Speicher vier; der Rest deckt den Verbrauch im Haus. Bezug zum Hochtarif von 31.66 Rappen — das ist unsere eigene Addition der Primeo-Einzelposten, ohne Mehrwertsteuer —, Rücklieferung zum Referenzmarktpreis von 10.266 Rappen aus dem ersten Quartal 2026, ebenfalls ohne Steuer und ohne den Herkunftsnachweis. Die Frankenbeträge sind gerundete eigene Rechnungen von XTREMESOLAR. Modulalterung, Versicherung, Unterhalt sowie Grund- und Messpreise bleiben aussen vor. Alles Bänder, keine Zusagen; verbindlich rechnet der Betrieb erst nach der Dachaufnahme.

Drei Ergänzungen machen die Tabelle vollständig. Verkaufen Sie den Herkunftsnachweis, kommen bei Primeo 2.00 Rappen je eingespeiste Kilowattstunde dazu, im EBL-Netz 3.00 — im ersten Fall der Zeile ohne Speicher rund 146 Franken im Jahr, ebenfalls unsere eigene Rechnung. Wohnen Sie im EBL-Gebiet, ist der Bezug auf vergleichbarer Grundlage — Vollpreis H4 — mit 30.20 statt 31.98 Rappen 1.78 Rappen günstiger, was den Eigenverbrauch etwas weniger wertvoll macht und beim Nachweis mehr als aufgeholt wird: Die EBL zahlt 3.00 Rappen für den Herkunftsnachweis, die Primeo 2.00. Und der Referenzmarktpreis ist keine Konstante: Er wird je Quartal neu festgesetzt, für das zweite Quartal 2026 liegen die Quellen auseinander, weshalb wir dafür keinen Wert nennen. Rechnen Sie vorsichtshalber mit der gesetzlichen Untergrenze von 6.00 Rappen; alles darüber ist Zugabe.

Vier Fragen aus dem Baselbiet

Was uns Hauseigentümer aus dem Kanton am häufigsten schreiben

01Warum zahlt das Baselbiet nur zusammen mit einer Sanierung?

Weil der Kanton ein anderes Ziel verfolgt, als es auf den ersten Blick scheint. Ein Beitrag je Kilowattpeak würde jedes Dach belohnen, auch das ungedämmte, unter dem im Winter die Heizung gegen die Kälte anläuft. Der Bonus Photovoltaik-Anlage belohnt stattdessen die Kombination: Er wird nur ausbezahlt, wenn Sie das Dach oder die Fassade energetisch sanieren und die Module auf dem sanierten Bauteil liegen. Die Modulfläche darf die gedämmte Fläche nicht überschreiten. Der Kanton will kein bestücktes Dach, sondern ein gutes Dach mit Modulen darauf.

Daraus folgt eine praktische Regel: Wenn ohnehin ein Gerüst steht, gehören beide Schritte in dasselbe Projekt. Wer zuerst saniert und zwei Jahre später Module montiert, verschenkt bei einer üblichen Belegung schnell einen vierstelligen Betrag. Zu beachten sind die Ausschlüsse — keine Eigenleistung, kein Beitrag für den blossen Ersatz einer bestehenden Anlage, keine Carports und Nebenbauten, und über 11 Metern Gebäudehöhe braucht die Fassade einen Brandschutznachweis. Wer vor der Gesuchseingabe zu bauen beginnt, verliert den Anspruch — die Reihenfolge ist zwingend. Diesen Termin überwacht Ihr Partnerbetrieb, nicht Sie.

02Primeo oder EBL: was Ihr Netz über Ihre Vergütung entscheidet

Beim Strom, den Sie ins Netz schieben, sind sich die beiden Werke ähnlicher, als viele annehmen: Keines zahlt einen Fixpreis, beide folgen dem quartalsweisen Referenzmarktpreis des Bundes, und beide sichern bis 30 Kilowatt die gesetzlichen 6.00 Rappen ab. Der Unterschied liegt beim Herkunftsnachweis, also beim Papier über die Herkunft Ihrer Kilowattstunde: Primeo vergütet 2.00 Rappen und nimmt ihn erst ab 2 Kilowattpeak ab, die EBL zahlt 3.00. Auf ein Hausdach gerechnet ist das ein dreistelliger Betrag im Jahr — nicht die Welt, aber Geld, das viele Offerten gar nicht erwähnen.

Beim Bezug dreht sich das Bild um, aber weniger deutlich, als es die publizierten Zahlen nahelegen: Auf gleicher Grundlage stehen 30.20 Rappen der EBL gegen 31.98 der Primeo. Wer verkauft, darf seinen Strom übrigens nicht mehr als Sonnenstrom bezeichnen — das ist der Handel, den man mit dem Nachweis eingeht. Welches Netz an Ihrem Haus liegt, prüfen wir vor der Offerte; im Fall Pratteln ist genau das eine echte Frage und keine Formalität.

03Die Meldung geht an den Kanton, nicht an die Gemeinde

Wer aus einem anderen Kanton zuzieht, sucht den Weg oft zuerst am falschen Schalter. Im Baselbiet nimmt das kantonale Bauinspektorat die Meldung entgegen, und zwar spätestens dreissig Tage bevor auf dem Dach gearbeitet wird. Das Meldeformular liegt bei den Onlinediensten des Kantons unter forms.bl.ch. Der Vorteil dieser Zentralisierung: Der Kanton hat 2013 zugleich die strengeren kommunalen Vorschriften aufgehoben. Eine Gemeinde darf also keine eigene Hürde mehr aufstellen, und Sie müssen vor der Planung nicht erst das örtliche Reglement studieren.

Vom Regelfall ausgenommen bleiben die Schutzlagen: Wo eine Kernzone, eine Ortsbildzone oder der Denkmalschutz greift, und ebenso bei kantonal oder national geschützten Objekten, braucht es die ordentliche Baubewilligung, und dann reden die Vorgaben der Denkmalpflege mit — eine kompakte, dachrandparallele Fläche je Dach, höchstens 20 Zentimeter Aufbau, reflexionsarme Module. Sinnvoll ist, das vor der Offerte abzuklären statt nachher. Formular, Fristen und das Gespräch mit der Behörde gehören zum Auftrag des Betriebs; von Ihnen kommt die Unterschrift darunter.

0410'363 Anlagen im Kanton — was diese Zahlen über den Markt sagen

Die Statistik des Kantons zeichnet für 2024 ein klares Bild: 10'363 Anlagen mit 215.8 Megawattpeak erzeugen 248.1 Gigawattstunden. Zwei Jahre zuvor waren es 117 Gigawattstunden — die Produktion hat sich in dieser kurzen Zeit mehr als verdoppelt, getragen von rund 4'100 neuen Anlagen. Damit steht die Photovoltaik im Baselbiet an zweiter Stelle, hinter der Wasserkraft mit 387 Gigawattstunden und vor allem anderen. Ein Nachtrag zur Sorgfalt: Wer Ihnen erzählt, die Sonne decke 36 Prozent des Baselbieter Stroms, hat eine Zeile falsch gelesen. Dieser Anteil gehört der gesamten Eigenproduktion des Kantons.

Für einen Bauherrn haben diese Zahlen eine sehr handfeste Folge. Ein Zubau in dieser Grössenordnung bindet Montagetrupps, Elektriker und Prüfkapazität beim Werk. Zwei Grössen gehören deshalb in Ihre Planung, die vor fünf Jahren niemand erwähnt hätte: der Termin des Handwerkers und die Kapazität am Netzanschluss, besonders bei grösseren Anlagen auf Gewerbedächern. Beides klären wir zu Beginn ab, nicht am Ende. Über die kommenden Jahre spekulieren wir nicht — wir sagen Ihnen, was heute frei ist.

Drei Werke, drei Preise

Im Baselbiet entscheidet das Netz, nicht die Gemeinde

Alle Werte ohne Mehrwertsteuer, Vollpreis für den Referenzhaushalt H4 der Eidgenössischen Elektrizitätskommission.

WerkVollpreis 2026Wo wir eine Seite führenWas sonst zählt
WerkBKW Energie AGVollpreis 202627.70 Rp.Wo wir eine Seite führenLaufen (ein Teil des Gemeindegebiets)Was sonst zähltDer tiefste Vollpreis unter den Gemeinden, für die wir eine Seite führen; im ganzen Kanton ist es Itingen mit 24.31. Feste Posten 214 Franken im Jahr, Arbeitspreis 22.94 Rappen.
WerkEBL (Genossenschaft Elektra Baselland)Vollpreis 202630.20 Rp.Wo wir eine Seite führenLiestal, Pratteln, Frenkendorf, Bubendorf, Gelterkinden, WaldenburgWas sonst zähltArbeitspreis 26.22 Rappen, feste Posten 178.80 Franken im Jahr. Für den Herkunftsnachweis 3.00 Rappen — der höchste Satz im Kanton.
WerkPrimeo Netz AGVollpreis 202631.98 Rp.Wo wir eine Seite führenAllschwil, Reinach, Muttenz, Pratteln, Binningen, Münchenstein, Oberwil, Aesch, Birsfelden, Therwil, Bottmingen, Laufen (der andere Teil)Was sonst zähltArbeitspreis 29.31 Rappen, feste Posten 120 Franken im Jahr. Für den Herkunftsnachweis 2.00 Rappen, erst ab 2 Kilowattpeak.

Zwischen den beiden Laufener Werken liegen 4.28 Rappen — rund 193 Franken im Jahr bei 4'500 Kilowattstunden, unsere Rechnung. Bemerkenswert daran: Beide Extremwerte liegen in derselben Gemeinde. In Laufen liefern die BKW zu 27.70 und die Primeo zu 31.98 Rappen. Auch in Pratteln sind zwei Werke amtlich verzeichnet. Welches an Ihrer Adresse liefert, steht auf Ihrer Stromrechnung — ohne diese Angabe rechnet jede Offerte mit dem falschen Bezugspreis.

Aufbau nach Bezirken

Die fünf Baselbieter Bezirke im Überblick

Basel-Landschaft gliedert sich in fünf Bezirke. Wo wir welchen Ort erhoben haben — und was ein Haushalt dort 2026 je Kilowattstunde zahlt.

BezirkBezirksseiteGemeinden mit eigener SeiteBezug 2026, Vollpreis H4 ohne MwSt
BezirkArlesheimBezirksseiteBezirk ArlesheimGemeinden mit eigener SeiteAllschwil, Reinach, Muttenz, Binningen, Münchenstein, Oberwil, Aesch, Birsfelden, Therwil, BottmingenBezug 2026alle zehn 31.98 Rp. — dasselbe Primeo-Netz
BezirkLiestalBezirksseiteBezirk LiestalGemeinden mit eigener SeiteLiestal, Pratteln, Frenkendorf, BubendorfBezug 202630.20 Rp. bei der EBL; in Pratteln je nach Werk auch 31.98 Rp.
BezirkSissachBezirksseiteBezirk SissachGemeinden mit eigener SeiteGelterkindenBezug 202630.20 Rp. bei der EBL
BezirkWaldenburgBezirksseiteBezirk WaldenburgGemeinden mit eigener SeiteWaldenburgBezug 202630.20 Rp. bei der EBL
BezirkLaufenBezirksseiteBezirk LaufenGemeinden mit eigener SeiteLaufenBezug 202627.70 Rp. bei der BKW, 31.98 bei der Primeo

Zehn der erhobenen Gemeinden hängen am selben Netz der Primeo Netz AG, der früheren EBM mit Sitz in Münchenstein, und zahlen deshalb bis auf den Rappen dasselbe: 31.98 Rappen. Im Gebiet der EBL sind es 30.20. Auf gleicher Grundlage — Vollpreis für den Referenzhaushalt H4, wie ihn die Elektrizitätskommission ausweist — beträgt der Abstand zwischen diesen beiden Werken 1.78 Rappen, rund 80 Franken im Jahr bei 4’500 Kilowattstunden. Über den ganzen Kanton gerechnet sind es 7.78 Rappen — von 24.31 in Itingen bis 32.09 in Maisprach. Der Sonderfall ist Laufen: Dort liefern beide Werke, die BKW mit 27.70 und die Primeo mit 31.98 Rappen — 4.28 Rappen Unterschied innerhalb einer Gemeinde. Wo der Tarif innerhalb eines Netzgebiets überall gleich ist, entscheidet nicht das Werk über Ihre Rechnung, sondern der Preis der Anlage — und damit der Offertenvergleich.

Der Kanton Basel-Stadt kennt keine Bezirke. Dort führen wir zwei Seiten: Basel und Riehen, beide am Netz der IWB mit 37.91 Rappen Bezug und 14.0 Rappen Rücklieferung — beides inklusive Mehrwertsteuer und darum nicht ohne Umrechnung mit den Baselbieter Zahlen vergleichbar.

Bis zu drei Offerten fürs Baselbieter Dach.

Eine Postleitzahl genügt für den Anfang; den Rest fragen wir in sieben Schritten ab und übernehmen danach Meldung und Gesuche. Gratis, unverbindlich, ohne Werbeanrufe.

Datenstand 27. August 2026 · fachlich geprüft von XTREMESOLAR. Quellen: Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik 2026 · Primeo Energie — Tarife und Rücklieferung 2026 · EBL — Strompreise und Rücklieferung 2026 · Baselbieter Energiepaket — Bonus Photovoltaik-Anlage · Kanton Basel-Landschaft — Bauinspektorat und Denkmalpflege · Amt für Daten und Statistik BL — Energiezahlen 2024 · Gemeinde Binningen — Energiefonds · Gemeinde Muttenz — Energie- und Klimafonds · Bundesamt für Energie — Referenzmarktpreis Sonne. Sämtliche Werte von Primeo Energie und der EBL verstehen sich ohne Mehrwertsteuer und gelten ab 1. Januar 2026; Zahlen aus Basel-Stadt sind mit Steuer ausgewiesen und werden hier nirgends beigemischt. Tarife, Fördersätze und Rechtsgrundlagen ändern sich — diese Seite wird quartalsweise nachgeprüft.